Im Städel in Frankfurt am Main gibt es noch bis zum 28. Februar eine sehr schöne Ausstellung zu Botticelli. Aufgrund des starken Besucherandrangs ist jedoch mit längeren Wartezeiten zu rechnen. Das lange Anstehen lohnt sich jedoch, da die Ausstellung einmalig ist.
Sandro Botticelli war ein italienischer Maler und Zeichner der frühen Renaissance. Er wurde am 1. März 1445 in Florenz geboren und ist am 17. Mai 1510 ebenfalls in Florenz verstorben. Sein eigentlicher Name war Alessandro di Mariano Filipepi. 1464 absolvierte Botticelli eine Lehre zum Goldschmied. Seine Künstlerkarriere begann er in der Werkstatt des Fra Filippo Lippi, wo er zunächst einen sehr klassischen Renaissance-Stil erlernte.
Auf Grund seiner hervorragender Arbeiten wurde er rasch bekannt und eröffnete 1470 eine eigene Werkstatt, in der er nahezu sein ganzes Leben lang für die reichen und mächtigen Florentiner Familien, wie z.B. die berühmte Familie der Medici, arbeitete. Durch seine Beziehungen zu den Medici kam er in Kontakt mit dem gebildeten Kreis aus Künstlern und Intellektuellen am Hofe der Medici. Während dieser Zeit schuf er seine bekanntesten Werke, wie „Die Geburt der Venus“ (1486) und „Primavera“-„Der Frühling“ (1478).
Die Geburt der Venus Primavera
1481 gehörte Botticelli zu einer Gruppe ausgewählter Künstler, die nach Rom geschickt wurden, um die Wände der Sixtinischen Kapelle im Vatikan mit Fresken auszumalen.
Im letzten Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts, als die Medici aus Florenz verbannt worden waren, erlebte Botticelli eine tiefe persönliche Krise. Seine in dieser Zeit entstandenen Werke, wie „Pietà“ und „Geburt Christi“ spiegeln eine tiefe Frömmigkeit und religiöse Ergriffenheit wieder.
Pietà Geburt Christi
Weibliches Idealbildnis von Botticelli
Ein weiteres sehr bekanntes Gemälde von Botticelli ist das Weibliche Idealbildnis (Simonetta Vespucci als Nymphe). Ihre Haut ist von vornehmer Blässe, das Gesicht makellos geformt, die Lippen wohl proportioniert und von intensiver Röte. Die dunkelblonden, fein gewellten Haare trägt sie teils offen, teils zu strengen Zöpfen gebändigt. Perlen, zarte Goldreifen, eine Gold gefasste Kamee sowie ein Kopfschmuck aus Edelstein und Federn umschmeicheln ihr Antlitz. Sie kennzeichnen die junge Frau auf Sandro Botticellis Bildnis als Tochter aus einer einflussreichen Florentiner Familie.
Simonetta Vespucci war die Tochter eines Adeligen aus Genua und galt als die schönste Frau von Florenz. Simonetta wurde bereits im Alter von 16 Jahren mit Marco Vespucci (einem Cousin des Seefahrers und Entdeckers Amerigo Vespucci) verheiratet, die Ehe war jedoch nicht glücklich. Simonetta fand jedoch schnell Zugang zu den Kreisen um die Familie der Medici.
Am 29. Januar 1475 fand in Florenz ein Turnier statt, bei dem Giuliano de’ Medici, der Bruder des berühmten Lorenzo Il Magnifico, seinen Auftritt Simonetta, der Königin der Schönheit, (regina della belezza) gewidmet hatte.
Es ist nicht klar, ob es im Anschluss an das Turnier bei der platonischen Verehrung blieb oder Simonetta zur Geliebten Giulianos wurde. Indizien wie die Medici-Kamee, die Botticellis “Weibliches Idealbildnis” um den Hals trägt, sind immer wieder gefunden worden. Andererseits ist davon auszugehen, dass eine Verbindung zwischen einem Medici-Regenten und einer verheirateten Frau einen stadtbekannten Skandal hätte auslösen müssen, ein solcher aber ist in den Quellen nicht überliefert.
Simonetta starb nur ein Jahr später in der Nacht vom 26. zum 27. April 1476 im Alter von 23 Jahren an Lungentuberkulose und ist in der Familienkapelle der Vespucci in der Kirche Ognissanti in Florenz beigesetzt. Giuliano wurde auf den Tag zwei Jahre nach ihrem Tod im Zuge der „Pazzi-Verschwörung“ im Florentiner Dom Santa Maria del Fiore erstochen.
wikipedia.org/Simonetta_Vespucci
wikipedia.org/Sandro_Botticelli
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Der Autor: Andrea
























