![]() |
Was genau bedeutet eigentlich Rillen und worin besteht der Unterschied zum Nuten? In der Vergangenheit haben sich sicherlich schon einige von Ihnen, die online Druckprodukte bestellt haben, diese Frage gestellt. Begegnen können Sie diesen Begriffen vor allem bei der Bestellung |
von gefalzten Druckprodukten wie Foldern oder Broschüren. Rechts im Bild ist übrigens ein gerillter Papierbogen zu sehen.
Wozu dient Rillen und Nuten?
Während des Falzvorgangs kann es bei höheren Papiergrammaturen schnell dazu kommen, dass Papierfasern am Falz brechen. Farbe, die sich bereits auf dem Papier befindet, wird dadurch beschädigt und kann aufplatzen. Um dies zu vermeiden, wird ab einer Grammatur von 170 g/m² aufwärts vor dem Falzvorgang das Rillen oder Nuten des jeweiligen Druckproduktes empfohlen. Beide Verfahren schwächen das Material am Bruch und ermöglichen dadurch ein verbessertes Falzbild. Die Umsetzung unterscheidet sich beim Rillen und Nuten jedoch grundlegend.
Das Rillen
In der Papierverarbeitung wird unter dem Begriff Rillen ein umformendes Verfahren verstanden. Um einen Papierbogen (ab 170 g/m²) besser falzen zu können, wird das Papier am Falz vorher mittels einer sogenannten Rilllinie geschwächt. Dabei entsteht eine linienförmige Vertiefung, die auf der Gegenseite als wulstartige Erhöhung in Erscheinung tritt.

Das Nuten
Nuten beschreibt in der Papierverarbeitung ein zerspanendes Verfahren. Es wird vom Nuten gesprochen, wenn (ähnlich wie beim Tischler) ein Materialspan mittels eines Zerspanungswerkzeuges aus dem Papier ausgehoben wird. Dies ermöglicht bzw. erleichtert das Umlegen und Falzen des Papierbogens. Aufgrund der Materialminderung ist dieses Verfahren erst bei sehr hohen Grammaturen wie denen in der Kartonagenherstellung sinnvoll und möglich.

Neben einem optisch schöneren Ergebnis bei den Endprodukten mit höherer Grammatur, hat das Vordefinieren der späteren Falzstelle, auch für den Vorgang des Falzens selbst Vorteile. Da der Papierbogen beim Falzen den Weg des geringsten Widerstandes wählen wird, erhöht sich durch das gezielte Schwächen des Materials an einer bestimmten Stelle die Sicherheit, dass der Falz auch genau an dieser entsteht.
Der Autor: Nora





















