| Die Papierformat-Normung zählt zu einer der längsten und interessantesten Normprojekte in der Geschichte der Menschheit. Die Anfänge reichen bis weit in das Mittelalter zurück. Nach Ende des ersten Weltkrieges wurde die DIN 5 “Zeichnungsformate” veröffentlicht und im Jahre 1922 folgte dann die DIN 476 “Papierformate”. Bis zum heutigen Tag stellt die DIN 476 mit ihren vier Klassen A,B,C und D eine akzeptable einheitliche Norm dar, und ist Grundstein unserer Papierformatordnung auf internationaler Ebene. |
Geschichte
Im Jahr 1389 haben die Stadtväter von Bologna die Formatordnung für Papier, die “Statui dei Popolo”, erlassen. Zu diesem Zweck wurden vier Formate in eine Marmorplatte eingraviert, die noch heute im Museo Civico Medievale zu betrachten sind. In Frankreich wurden 1974 mit Einführung des Meters als Maßeinheit auch die Formate für Urkunden- und Stempelpapiere festgelegt. Fast alle eingeführten Formate wiesen ein Verhältnis von 1:1,41 auf.
Nach dem Karl Bührers Unternehmen mit Bildkarten im Monoformat gescheitert war, gründete er im Jahr 1910 die Firma “die Brücke” in München. Ziel dieser Unternehmung war, die Organisierung der Gesamtheit der geistigen Arbeit der Welt, nach einheitlichen Prinzipien zu gestalten. Erste Aufgabe war es somit, einheitliche Formate für alle Druckwerke zu schaffen. Durch Empfehlung Bührers wurde das erste Einheitsformat für Druckwerke festgelegt. Die Maße für dieses Format betrugen 11,5cm x 16,5 cm. Hintergrund für diese Wahl war, dass dies dem meist verbreiteten Seitenverhältnis entsprach, und sich für viele Zwecke des praktischen Lebens bewährt hatte. Ab 1911 übernahm Chemiker und Nobelpreisträger Wilhelm Ostwald den Ersten Vorsitz der als “internationales Institut zur Organisierung der geistigen Arbeit” bezeichneten Einrichtung.
| Bührer stütze seine Annahmen auf Erfahrungswerte, für Oswald war dies jedoch nicht wissenschafltich genug. Beide hegten aber gleiche Vorstellung von einem Weltformat. Nach Oswald seinen Vorstellungen sollten die Formate durch Halbierung des Flächeninhaltes ineinander übergehen, das Verhältnis der Seitenlänge sollte gleich bleiben und die Grundlage des Weltformatsystems musste 1 cm Seitenlänge sein. |
| Das das Verhältnis von Breite zu Höhe 1:1,41 betrug, wusste aber auch schon Georg Christoph Lichtenberg 125 Jahre zuvor. Auf dieser Basis entstand die Weltformatreihe. Weder bei der Weltformatreihe noch bei anderen Aktivitäten des Instituts stellte sich Erfolg ein. Im Jahr 1913 musste “die Brücke” liquidiert werden. |
Die A-Reihe
| Ausschlaggebend für die Entwicklung der DIN Formate war die Anlehnung an das metrische Maßsystem. Der Flächeninhalt von einem Quadratmeter diente als Ausgangsmaß für die Hauptreihe. Um eine Ähnlichkeit der Formate zu gewährleisten, die durch Hälftung oder Verdopplung hervorgehen sollten, wurde ein konstantes Verhältnis von 1:1,41 definiert. Am 18. August 1922 wurde die DIN 476 “Papierformate” durch das Deutsche Institut für Normung veröffentlicht. In vier Reihen wurden die Endformate für Bücher, Zeitschriften, Geschäftspapiere, Karteiblätter etc. festgelegt. Das Format A4 wurde beispielsweise für Einheitsbriefbögen eingesetzt. |
| Das Ausgangsformat der A-Reihe ist das Urformat A0. Es hat eine Fläche von 1m². Für das nächste und kleinere Format halbiert man jeweils die längere Seite, d.h. zwei Seiten passen immer in das nächst größere Format. Das Seitenverhältnis beträgt immer 1:1,41. Die A-Reihe bezeichnet vor allem Bogen- und Blattformate und zählt zu den Fertigformaten. Der “Star” in dieser Reihe ist eindeutig das Format DIN A4. Es wird vielfältig eingesetzt und zählt zu den beliebtesten Formaten bei Zeitschriften, Broschüren und Briefblättern. |
| Schöpfer war der Berliner Ingenieur Dr. Walter Porstmann. Erst 14 Jahre später, im Jahr 1936, verankerte sich diese Norm und wurde allgemein anerkannt. Auch im Ausland fanden die Formate Anklang, und werden heute in allen europäischen Ländern verwendet. Seit 1975 sind die Grundsätze der A- und B-Reihe auch international in der ISO 216 genormt. 2002 wurde der Name der DIN 476 “Papierformate” abgelöst, durch DIN EN ISO 216. |
Quellen
Der Autor: Marlen



























