Ein ausgedrucktes Foto sieht immer etwas anders aus als auf dem Bildschirm, denn zwischen der Eingabe und der Ausgabe eines Bildes existiert grundsätzlich ein Unterschied. Damit dieser Unterschied jedoch so klein wie möglich ausfällt und nicht wahrnehmbar ist, sollte ein korrektes und sinnvolle Farbmanagement bei der Verarbeitung und Verwaltung von Bilddaten verwendet werden. Das “Colour Management System” soll erreichen, dass zum Beispiel ein Foto, das mit einem Eingabegerät wie einem Scanner erfasst wurde, an einem Ausgabegerät wie einem Drucken möglichst ähnlich wiedergegeben wird, also farbtreu ist. Farbmanagementsysteme dienen daher der Konvertierung von geräteabhängigen Farbbeschreibungen mit Hilfe eines geräteunabhängigen Austausch-Farbraumes.
Die gängigen Colour Management Systeme basieren auf dem LAB-Farbraum, mit dem
|
sich die beiden bekanntesten Farbmodelle RGB und CMYK sowohl problemlos beschreiben als auch unkompliziert ineinander umwandeln lassen. Da diese sehr häufig in der Print- und Werbeindustrie eingesetzt werden, sind Farbmanagementsysteme also im Bereich des Online-Drucks auch für den Privatanwender sehr nützlich.
|
Selbst der Laie, der noch nie bewusst mit Farbmanagement in Berührung gekommen ist, nutzt es bei der Verarbeitung von Bilddaten ständig, denn ist kein Farbprofil vorhanden, verwendet der Computer grundsätzlich den kleinsten gemeinsamen Nenner, also den sRGB-Farbraum. Um jedoch die bestmögliche Farbdarstellung und damit die maximale Qualität zu erhalten, kommt man um die Verwendung von speziellen Farbprofilen nicht herum.
Da von der Erstellung der Druckdaten bis hin zum eigentlichen Druck verschiedene Geräte mit unterschiedlichen Farbeigenschaften zum Einsatz kommen können, sollen spezielle Farbprofile für einen gemeinsamen Nenner sorgen. Diese Profile definieren den Farbumfang jedes Geräts und ermöglichen die Umwandlung in unabhängige Zwischenfarbräume. Um dabei auf einheitliche Normen zurückgreifen zu können, kommen am Häufigsten die Standard des “International Colour Consortium” (ICC) zum Einsatz.
Je nach Gerätetyp, der die Bilddaten verarbeiten soll, unterscheidet man zudem vier Profilklassen von einander. Zum Einen existieren Farbprofile mit der Abkürzung “scnr” für Eingabegeräte wie Digitalkameras und Scanner. Zum Andern beschreiben Profile mit dem Kürzel “prtr” die Eigenschaften von Ausgabegeräte wie Tintenstrahl- und Laser-Druckern für den Heimgebrauch, aber natürlich auch von professionellen Druckmaschinen bis hin zu ganzen Druckprozessen. Anzeigegeräte wie Monitore haben mit der Kurzform „mntr“ eine eigenen Klasse, da sie für eine Farbtreue speziell kalibriert werden müssen, und “link” bezeichnet Profile zur direkten Verrechnung zweier ähnlicher Ausgabegeräte, wie beispielsweise zweier Druckprozesse wie dem Bogenoffset und dem Tiefdruck.
Die entsprechenden ICC-Profile können zum Beispiel bei der Bildbearbeitung in Adobe Photoshop bereits beim Erstellen neuer Dokumente je nach verwendet Farbmodus ausgewählt werden. Sie lassen sich aber auch erst beim Speichern oder Exportieren festlegen. Druckdaten können so mit dem richtigen Farbprofil sogar auf den später im Print-Prozess verwendeten Papiertyp abgestimmt werden und optimieren somit das Druckergebnis.
Der Autor: SteAm





















