Zwischen Weihnachten und Neujahr war ich wieder einmal in Frankfurt und habe die Gelegenheit genutzt mal wieder in ein Museum zu gehen. Neben einer Ausstellung zu Botticelli im Städle (welche ich auch besucht habe), gibt es zurzeit auch noch eine Ausstellung im Liebighaus zu dem Bildhauer Jean-Antoine Houdon. Eigentlich interessieren Skulpturen mich eher weniger, doch Houdon ist einfach einer der größten Künstler seiner Zeit. Leider konnte ich die Ausstellung bei meinem Besuch in Frankfurt nicht sehen, da dafür die Zeit zu knapp war. Trotzdem möchte ich Ihnen diese Ausstellung sowie den Künstler wärmstens empfehlen. Vielleicht schaffen Sie es ja einen Blick zu riskieren, wenn Sie zufällig in Frankfurt am Main sind.
Jean-Antoine Houdon ist einer der faszinierendsten Bildhauer Frankreichs im 18. Jahrhundert. Geboren ist der Künstler am 20. März 1741 in Versailles und am 15. Juli 1828 in Paris gestorben. Der französische Bildhauer Jean-Antoine Houdon war einer der bedeutendsten Künstler im Zeitalter der beginnenden Aufklärung.
Bekannt wurde er durch zahlreiche Statuen und Porträtbüsten. Eines seiner wohl bekanntesten Werke ist „Frileuse“, zu Deutsch „Fröstelnde“. Ein Mädchen, beinahe nackt, die Arme über der Brust verschränkt, den Blick gesenkt. Einziges Kleidungsstück der 1783 entstandenen Marmorfigur: ein um Kopf und Schultern geschlungenes Tuch.
Houdons Zeitgenossen haben sich über Pose und Drapierung der „Frileuse“ nicht nur erregt, sondern auch aufgeregt. Tout Paris fand die junge Schöne, die vorgab, eine Personifikation des Winters zu sein – doch zugleich ein „gefallenes“ Mädchen darstellte, das seine Unschuld verloren hatte –, entschieden zu anstößig.
Als Pendant dazu entwarf Houdon die Darstellung „Sommer“. Während dem Wintermädchen lediglich eine durch gefrorenes Wasser zerbrochene Vase zur Seite gestellt ist – ein Symbol sowohl für Vergänglichkeit als auch für verlorene Unschuld –, schwelgt die Sommerdame in einer Fülle von Accessoires, darunter sind diverse Früchte und Blüten, ein Tamburin, außerdem Sinnbilder männlicher Sexualität wie Sichel und Gießkanne. Houdons Fingerzeig war überdeutlich, in der später entstandenen Bronzefassung verzichtete er auf den Krug.
Beide Figuren, von denen die des Winters als qualitativ hochwertiger gilt, sind typisch für die Kunst der Aufklärung, eines Zeitalters, in dem sich zahlreiche Künstler von ihren bisherigen Auftraggebern, Hof und Kirche, zu lösen begannen. Sie entwickelten eine neue Formensprache für alte Themen, auch, um sich vom Barock abzugrenzen.
Das Frankfurter Liebighaus widmet seine Jubiläumsausstellung zum 100. Geburtstag dem Künstler Jean-Antoine Houdon. Houdon gilt hierzulande noch immer als Geheimtipp, obwohl er in Frankreich zu den wichtigsten Vertretern der Kunstgeschichte gehört.
Für alle die gern noch mehr über Houdon und seine Werke wissen möchten, empfehle ich die Ausstellung im Liebighaus in Frankfurt am Main. Die Ausstellung läuft noch bis zum 28.02.2010 und der Eintrittspreis laut Flyer liegt regulär bei 8 Euro und ermäßigt 6 Euro.
Da ich die Ausstellung leider nicht sehen konnte würde ich mich sehr freuen, wenn jemand die Ausstellung gesehen hat und kurz sagen würde wie er die Ausstellung fand. Bitte benutzen Sie dafür das unten stehende Kommentarfeld.
http://www.art-magazin.de/kunst/24047/jean_antoine_houdon_frankfurt_main
http://www.tagesspiegel.de/kultur/ausstellungen/Jean-Antoine-Houdon;art2652,2946572
http://www.lib-art.com/artgallery/3614-winter-the-cold-girl-jean-antoine-houdon.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Antoine_Houdon
http://www.artmagazine.cc/content44928.html
Der Autor: Andrea





















