Letztens bin ich beim Durchstöbern von Flickr auf Infrarotfotografien von verschiedenen Künstlern gestoßen.
Da ich bereits auf dieser Seite ein Tutorial über das Erstellen von Gigapixelfotos geschrieben habe, warum nicht eins über Infrarotfotografie.

von Naomi Frost
1. Einleitung
Infrarotfotografien beeindrucken durch ihre surreale Darstellung. Das Chlorophyll in Blättern z.B. wird intensiv weiß dargestellt und ermöglicht mit der Normaldarstellung anderer Bildinhalte außergewöhnliche Bilder.
Das Fotografieren mit dieser Technik existiert bereits eine Weile. Mit Analogkameras nutzt man Infrarotfilme sowie einen Rot- oder Orangefilter. In digitalen Zeiten geht das ein bißchen einfacher.
Ich beziehe mich auf das Fotografieren mit Digitalen Spiegelreflexkameras.
Der folgende Artikel soll Ihnen zeigen, wie Sie schnell und mit relativ wenig Aufwand Infrarotaufnahmen selbst anfertigen können.

von wirallie
2. Die benötigte Technik
.: Eine Infrarotfähige digitale Spiegelreflexkamera.
Dies testen Sie am besten dadurch, indem Sie eine aktivierte Fernbedienung von vorn fotografieren. Ist der rote Punkt sichtbar, steht allem weiteren nichts mehr im Wege.
.: Einen Infrarotfilter.
Ich empfehle den Hoya R72 - für ca. 60 Euro.
.: Die Sonnenblende des Objektivs Ihrer Wahl.
Der Filter erzeugt starke Linsenreflektionen. Somit empfehle ich eigentlich zwingend den Einsatz der Sonnenblende.
.: Ein Stativ
3. Die Vorgehensweise
Ist ein geeignetes Motiv gefunden, es bietet sich hier besonders Natur in Verbindung mit Architektur oder Wasser o.ä. an, bauen wir unsere Ausrüstung auf. Es sollte wenn möglich nicht in der Mittagszeit fotografiert werden, da es zu hell ist und die Sonne senkrecht steht.
Die goldene Stunde ist perfekt für solche Aufnahmen.
Sehr wichtig ist der Weißabgleich. Der darf nicht auf Automatik stehen, sonst haben die Bilder später einen extremen Rotstich. Aktuelle Kameramodelle bieten die Möglichkeit, den Weißpunkt durch Messen des vorhandenen Lichtes einzustellen. Schauen Sie dazu einfach in die Bedienungsanleitung.
Das Einstellen des Motivs und des Bildausschnitts machen wir ohne Infrarotfilter. Da ein Infrarotfilter nur sehr wenig sichtbares Licht durch das Objektiv läßt, sieht man durch ihn nichts.
Wenn Ihre Kamera die Möglichkeit einer Belichtungsreihe bietet, nutzen Sie diese, ansonsten fertigen Sie die Reihe manuell an. Das Erstellen der Belichtungsreihe ist deshalb wichtig, da wir nur so die optimale Belichtung herausfinden. Beginnen Sie mit einer kleinen Blende und einer Belichtungszeit von ca. 1-2 Sekunde und arbeiten Sie sich langsam weiter nach oben. Zeigen sich auf der Aufnahme hellblau eingefärbte Bereiche, wurde zu lange belichtet.
4. Die Nachbearbeitung der Fotos am Computer
Die Fotos müssen am Computer noch nachbearbeitet werden. In diesem Tutorial arbeite ich mit Photoshop. Mit anderen Programmen geht es sicherlich auch.
Tonwertkorrektur
Infrarotaufnahmen sind grundsätzlich zu dunkel. Wir müssen die Tonwertkorrektur bemühen. Wählen Sie dazu Bild -> Anpassen -> Tonwertkorrektur. Die Anpassungen sind von Bild zu Bild unterschiedlich, so daß ich keine Richtwerte nennen kann. Probieren Sie einfach es, wie Sie die besten Ergebnisse erzielen. Achten Sie auf Ihre hellen Bereiche.
Kanäle tauschen
Anschließend müssen noch die Kanäle getauscht werden. Im Photoshop bemühen wir dazu den Kanalmixer. Klicken Sie dazu unter Ihrer aktuellen Ebene, die das Foto enthält, auf neue Füllebene (schwarz-weißer Halbkreis) und klicken Sie Kanalmixer. Hier wählen Sie Rot und setzen Sie Rot auf 0% und Blau auf 100%. Wählen Sie Blau und setzen Sie Rot auf 100% und Blau auf 0%.
Restrot entfernen, Kontrast und Helligkeit anpassen
Nochmal auf neue Füllebene erstellen und Farbton/Sättigung auswählen. Wir bearbeiten die Rottöne und ziehen den Sättigungsregler auf 0. Das selbe mit den Magentatönen. Anschließend passen wir den Konstrast unter Bild -> Anpassen -> Helligkeit/Konstrast nach unseren Vorstellungen an.

Der Autor: SteAm




















