Der Begriff „Barock“ kommt aus dem Portugiesischen Sprachraum und bedeutet: unregelmäßig geformte Perlen „barocco“. Ursprünglich wurde der Begriff im französischen Sprachraum abwertend für Kunstformen verwendet, welche nicht dem herrschenden Geschmack entsprachen. Erst seit 1855 bekam dieser Begriff eine positive Bedeutung. 1880 wurde der Begriff Barock als offizielle Bezeichnung für diese Epoche in den Sprachgebrauch eingeführt. Die europäische Epoche des Barocks währte von 1575 bis 1770. Es ist die Kunstform des Absolutismus und der Gegenreformation. Im Wesentlichen wird im Barock unterschieden zwischen Frühbarock, Hochbarock und Spätbarock.
Aufgrund des dreißigjährigen Krieges war der Barock eine zerrissene, antithetische, vom Mangel an Geborgenheit zeugende Epoche. Die klar gegliederte Kunst der Renaissance wird abgelöst durch Prunk, Schmuck, Üppigkeit und die bewegten Formen des Barocks. „Zwischen carpe diem (Nütze den Tag oder Gebrauche Deiner Zeit) und memento mori (Gedenke des Todes) entfaltet sich eine Kultur der Gegensätze. Absolutistische und kirchliche Pracht an den Fürstenhöfen und bei der Geistlichkeit, steht der Todeserfahrung im Krieg und Verfolgung (und daraus folgender Armut und Verrohung) gegenüber.“1 In dieser Kunstepoche sollte alles überwältigend wirken um zu zeigen wie mächtig und bedeutend der Besitzer war. Ein klassisches Beispiel dafür ist das Schloss Versailles bei Paris, welches nicht als Wohnsitz betrachtet wurde sondern als Zentrum der fürstlichen Macht. Bälle, prachtvolle Empfänge, Theateraufführungen, ausgedehnte Jagden waren in dieser Zeit an der Tagesordnung. Der Absolutismus, die Kirche und die Antike haben einen wesentlichen Einfluss auf den Barock.
Durch die Reformation (1517) verlor die katholische Kirche gegenüber dem Protestantismus viel an Boden. Um diesen wieder zurück zu gewinnen wurden im Zuge der Gegenreformation viele Anstrengungen unternommen. Der neue Baustil des Barocks gehörte ebenfalls dazu. Die Gläubigen sollten durch Deckenmalereien, Engel und Heiligenfiguren, Farben und Lichteffekte betört und von der Größe der katholischen Kirche überzeugt werden. Durch die Zerstörungen des dreißigjährigen Krieges (1618 – 1648) waren die Menschen für religiöses sehr empfänglich gewesen.
Die dritte Kraft im Barock war die Antike. Antike Schriftsteller wie Homer, Aristoteles oder Ovid waren die großen Vorbilder dieser Zeit. Jedoch auch das Zeitalter der Renaissance, welches sich als Wiedergeburt der Antike verstand, hatte einen wesentlichen Einfluss auf den Barock. Einige Formelemente der Renaissance wurden im Barock übernommen. Die Antike galt als heidnisch und lebensfroh. Im christlichen Sinne „sündhaft“ und „unmoralisch“. Während in der christlichen Religion das Leben nur als Durchgangsstadium zum Jenseits betrachtet wurde, feierte die Antike die Freude am Diesseits. Vieles was die antiken Autoren priesen wurde von der Kirche offiziell verboten. Trotzdem wurde dieser mögliche Wiederspruch im Zeitalter des Barocks von der Kirche in Kauf genommen.
Die Zerrissenheit des Barocks wird in der Kunst besonders deutlich. Auf Stillleben (z. B. Blumen- oder Früchtestillleben) des Barocks befinden sich Symbole des Verderbens (z. B. Spinnen, Skorpione, Schnecken). „In der Architektur wird der riesige, himmelstrebende Kathedralraum durch den kleineren Bau der Barockkirche abgelöst, die jedoch reicher ausgeschmückt wird. Die Kirche erweitert sich selbst zum Himmel (Deckengemälde) in dem Gottvater thront. Martyrium des hl. Sebastian (Vergänglichkeit des Schönen und Kraftvollen) und Verklärung und Hinrückung zu Gott sind beliebte Themen.“2

Balthasar Permoser – Mohr mit Smaragdstufe, um 1724 im Grünen Gewölbe in Dresden/Urheber: Ralf Brown
Textquellen
Bildquellen
de.wikipedia.org/Frauenkirche_Dresden
Der Autor: Andrea


























