Da es nur in den wenigsten Fällen möglich ist auf Knopfdruck kreativ zu sein, nutzen auch wir ab und an einige der, im Artikel “Was ist Kreativität?”, genannten Techniken. Den Klassiker davon, das Brainstorming möchte ich hier nun kurz erläutern.
Das Brainstorming
Entwickelt wurde diese Methode von dem 1888 in New York geborenen Alex Osborn und etwas später von Charles Hutchison Clark aufgegriffen und weiterentwickelt. Der Begriff selbst leitet sich von “using the brain to storm a problem“ ab, was wortwörtlich übersetzt heißt: ”Das Gehirn nutzen um ein Problem zu stürmen”, also es in Angriff zu nehmen und zu lösen.
Die Vorbereitung
Diese Methode ist gut zur Ideen- und Lösungsfindung in Gruppen von ca. 5 bis 20 Personen geeignet.
Im Vorfeld ist es wichtig, dass das Problem, welches gelöst werden soll, definiert wird und alle Beteiligten auf das Thema eingestimmt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Beschreibung nicht zu genau ausfällt (um eventuelle Lösungen nicht von vornherein auszuschließen), aber ebenso wenig zu weit gefasst wird (um die Ideenfindung zielführend zu kanalisieren).  Diese Aufgabe wird von einer Person, dem Moderator, übernommen. Alle weiteren Phasen der Ideenfindung werden durch ihn strukturiert und moderiert. Zusätzlich sollte ein Protokollant bestimmt werden. Dadurch wird es möglich, dass die restlichen Personen keine eigenen Notizen vornehmen müssen und gelöster am Kreativitätsprozess teilnehmen können. Des Weiteren ist es wichtig vor einem Brainstorming folgende Regeln mit der Gruppe zu besprechen sowie während des Meetings zu visualisieren. Auf diese Art und Weise ist es möglich Hemmungen und Bedenken, darüber ob eine Idee geäußert werden kann, zu reduzieren und in ganz neue Richtungen zu denken.
- Ergänze und verbessere bereits vorhandene Ideen!
- Übe keine Kritik!                                                                      Â
(Wertung einer Idee sowie Korrektur oder Kritik sind verboten) - Je mehr Ideen, desto besser!                                             Â
(Viele Ideen in kürzester Zeit - Zeitrahmen ca. 5-30 min.) - Je ungewöhnlicher die Idee, desto besser!                 Â
(Freies Assoziieren und Phantasieren ist erlaubt.)
Die Ideenfindung
Nachdem die Problemstellung und in diesem Zusammenhang auch die grobe Zielstellung sowie die Regeln des Brainstromings bekannt sind, ist es an der Zeit, dass alle Beteiligten Ihre spontanen Ideen äußern. Der Protokollant notiert diese. Aus der Erfahrung heraus, ist es in einer großen Runde jedoch oft schwer den Stein ins Rollen zu bringen. Sollte zu Beginn ein allgemeines Schweigen vorherrschen, ist dies jedoch noch kein Grund aufzugeben. In einer solchen Situation, genügt es meist, als Brainstorming-Leiter selbst den Anfang zu machen oder ein paar provozierende Fragen zu stellen. Auf diese Weise entsteht oft ein Selbstläufer, der durchaus auch mehr als 30 Minuten beanspruchen kann. Bei längeren Meetings dieser Art, ist es ratsam eine Pause einzuplanen, um etwas Abstand zum Thema zu gewinnen und die Denkrichtung eventuell erneut zu ändern.
Auswertung und Nutzung der Ideen
Die Auswertung der gesammelten Ideen sollte in der Gruppe stattfinden. So kann das Gruppengefühl sowie die Identifizierung mit der später ausgewählten Lösung gefördert werden. Bei einer sehr großen Ideenanzahl und -vielfalt kann es sinnvoll sein, zunächst eine grobe Sortierung, nach thematischer Zugehörigkeit und Relevanz, der Lösungsvorschläge vorzunehmen und im Anschluss die Besten als Gruppe zu diskutieren. Dabei sollten die als weniger relevant eingestuften Ideen nicht komplett verworfen, sondern für eventuelle Nachbearbeitungen archiviert werden.
Praktisches Beispiel
Das Problem: Sie haben ein der Welt noch unbekanntes Produkt. Gesucht wird die passende Kommunikationsstrategie, um auf das Produkt aufmerksam zu machen und Menschen dazu zu bewegen es auszuprobieren.
Die Gruppenzusammenstellung: Mitarbeiter aus unterschiedlichen Abteilungen. Dies ist sinnvoll, da so bei der Ideenfindung aus einem großen Pool von unterschiedlichen Erfahrungen und damit verbundenen Herangehensweisen, geschöpft werden kann.
Anregen des Kreativitätsprozesses: Lassen Sie Ihre Teilnehmer das Produkt begreifen. Geben Sie jedem das Produkt in die Hand und lassen Sie etwas Zeit. Anschließend können Sie fragen stellen wie bspw.: Wie würden Sie diese Produkt verwenden? Womit könnte das Produkt die Menschen erstaunen. Wie stellen Sie sich ein Leben mit und ein Leben ohne dieses Produkt vor? Wie könnten einzelne Faktoren des Produktes übertrieben dargestellt werden, um  dadurch die Vorteile des Produktes zu verdeutlichen? Was für eine Geschichte könnte um das Produkt herum aufgebaut werden?*
Lösungsansätze/ Auswertung: Bildliche Vorher-/ Nacher-Vergleiche. Spannung und Neugier aufbauen, in dem um das Produkt ein Geheimnis gewoben wird. Roadshow zum ausprobieren –> Freakschow der Produkte, das Produkt in außergewöhnlicher Form darstellen bzw. zur Schau stellen.
Bildquelle: www.aboutpixel.de
Quelle: *Auszug aus dem Clicking-Fragenkatalog von Mario Pricken
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Der Autor: Nora |


















