![]() Alois Senefelder |
Dank Erfindern, wie Johannes Gutenberg (um 1400-1468) welcher mit dem Einsatz von beweglichen Lettern das Druckwesen revolutionierte oder Friedrich Koenig (1774-1833), der mit seiner dampfbetriebenen Schnellpresse den Druck beschleunigte, spielte Deutschland schon immer eine bedeutende Rolle im Druckwesen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Lithographie durch ihren Erfinder Alois Senefelder (1771-1834), ebenfalls deutsche Wurzeln hat. |
Verfahrensweise
Die Bezeichnung Lithografie oder Lithographie leitet sich von altgriechisch: lithos, „Stein“ und graphein, „schreiben“ ab. Damit beschreibt das Wort an sich schon ganz gut die Verfahrensweise des Druckvorgangs bei der Lithographie. Es wird das zu druckende Motiv seitenverkehrt mit Fettkreide oder -tinte direkt auf eine plan geschliffene Steinplatte gezeichnet. Diese wird anschließend mit Ätzflüssigkeit behandelt. An den Stellen, wo sich keine Zeichnung befindet, dringt die Flüssigkeit in die Poren des Steins ein. So bleibt später beim Aufwalzen der Druckerschwärze die Farbe nur an den gezeichneten Linien haften. Der restliche, mit Ätzflüssigkeit behandelte Bereich stößt sie jedoch ab. Damit gehört die Lithographie zu den Flachdruckverfahren.
Schon damals wurde dafür sogenannter Solnhofer Kalkstein verwendet, da sich dieser aufgrund seiner Feinkörnigkeit besonders eignet.
Anwendungsgebiete
Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war die Lithographie eine sehr häufig verwendete Drucktechnik für verschiedene Drucksachen wie z.B. Plakate, Kunstdrucke oder Handzettel. Nach und nach wurde dieses Verfahren jedoch durch den wirtschaftlicheren Offsetdruck abgelöst. Heute wird die Lithographie nur noch im künstlerischen Bereich eingesetzt. Hier ist sie jedoch nicht wegzudenken, da bei diesem Verfahren die Zeichnung ohne einen weiteren Zwischenschritt auf die Steinplatte aufgebracht wird und somit der Charakter des dafür verwendeten Mediums (Kreide, Feder, etc.) in verblüffender Detailtreue wiedergegeben werden kann.
Mehrfarbige Drucke
Soll eine Farblithographie entstehen, muss für jede Farbe ein eigene Steinplatte angefertigt werden. Dafür wird vom Motiv eine Konturenzeichnung angefertigt und auf jeden Stein seitenverkehrt übertragen. Anschließend wird mit Fetttusche oder Fettkreide jeweils nur der Teil des Motivs, der die jeweilige Farbe bekommen soll, auf die entsprechende Platte übertragen. Um im Druck ein genaues Übereinanderliegen der Motivteile zu erreichen, werden Passkreuze oder Markierungen an den Ecken der Steine angebracht. An diesem wird auch der Papierbogen ausgerichtet.
Ursprungsidee
Erfinder der Lithographie ist, wie eingangs erwähnt, Alois Senefelder. Dieser suchte damals als Theaterschriftsteller eine kostengünstige und einfache Möglichkeit die Manuskripte für sein selbstverfasstes Theaterstück zu drucken. Da er dafür keinen passenden Verlag fand, versuchte er zunächst mit Hilfe der Ätztechnik den Hintergrund der Druckvorlage für den Hochdruck zu ätzen, was sich aufgrund des immensen Ätzaufwandes als nicht praktikabel erwies. Bei weiteren Versuchen entdeckte er schlussendlich die Abstoßreaktion von Fett und Wasser auf dem Stein und entwickelte daraus Ende des 18. Jahrhunderts den Flachdruck, in Form der Lithographie.
In den darauffolgenden Jahren wurden insbesondere Plakate für Messen, Ausstellungen oder auch Produktwerbung in diesem Verfahren hergestellt.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Dresden eines der Zentren für Plakatkunst. Dies lag vor allem an der günstigen Konstellation von der einerseits hohen Anzahl bekannter Unternehmen, wie Odol oder Pfunds Molkerei, welche in Dresden ihren Hauptsitz hatten, und andererseits den vielen namhafte Künstlern wie Ernst Ludwig Kirchner, Otto Dix oder Oskar Kokoschka, welche hier lebten und arbeiteten.
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| Franz von Stucks (1911) | Ferdinand Schultz Wettel (1899) | Brynolf Wennerberg (1895) |
Kunst für die Straße
Aktuell gibt es passend dazu eine schöne Ausstellung namens “Kunst für die Straße” in der Villa Eschebach in Dresden. Hier werden vom 27.10. bis zum 21.01.2010 insgesamt 41 Werke, bestehend aus Exponaten des Dresdner Kupferstich-Kabinetts sowie der Plakat-Sondersammlung von Max Lehrs aus den Jahren 1896 bis 1914 ausgestellt.
Der Eintritt ist frei und die Öffnungszeiten gestalten sich wie folgt:
- Mo und Mi: 8.30 h bis 16 h
- Di und Do 8.30 h bis 18 h
- Fr 8.30 h bis 13 h
An den Wochenenden gibt es leider keine Möglichkeit zur Besichtigung. Falls es in Dresen nicht klappen sollte mit einem Besuch, so besteht ab dem 16.02. bis zum 08.05.2011 die Chance die Ausstellung im Kunstforum der Berliner Volksbank in Berlin zu besuchen. Hier werden außerdem 53 weitere Plakate zu sehen sein.
Quelle:
http://www.wechselausstellungen.de
Bildquellen:
Der Autor: Nora

























