Der Begriff Rokoko kommt aus dem Französischen von Rocaille, „Muschelwerk“. Die Muschel war ein häufig verwendetes Motiv, vor allem in der Architektur. Eigentlich wird das Rokoko oft auch als Spätbarock bezeichnet. Aus diesem Grund ist es umstritten, ob das Rokoko als eigene Kunstform bezeichnet werden darf. Das Rokoko ist eine Weiterentwicklung der Epoche des Barocks in den Jahren von 1720 bis 1775. Ähnlich wie im Barock sind ausladende Verzierungen eines der Hauptmerkmale dieser Epoche. Der Unterschied zum Barock ist, dass im Rokoko auf jegliche Symmetrie verzichtet wurde, welche jedoch im Barock eine wichtige Rolle spielte. Zierlich gewundene Linien und häufig rankenförmige Umrandungen treten an Stelle der festen Formen. Dieser Stil wurde später im Jugendstil wieder modern.
Während im Barock das Leben zu einem öffentlichen Ereignis gemacht wurde, fand im Rokoko eine Gegenbewegung statt und somit der Rückzug ins Private. Kultivierte Lebensführung und galante Umgangsformen traten an die Stelle von Machtentfaltung und Dynamik. In Plastiken und der Malereien werden häufig private oder auch erotische Motive dargestellt.
Die Schlösser des Rokokos erscheinen kleiner als die des Barocks. Anstelle der pompösen Architektur des Barocks tritt eine heitere, leichte Architektur mit verspielten Details. Hauptgebäude sind häufig von den Dienstgebäuden getrennt und es entstehen Privathäuser bzw. Schlösschen. In erster Linie war das Rokoko eigentlich eine Dekorationskunst, somit ist es auch nicht verwunderlich, dass es sich besonders in der Plastik, Malerei und Innenraumgestaltung entfaltete.
In der Architektur wurde zunehmend auf ausladenden Fassadenschmuck zu Gunsten einer reicheren Gestaltung der Innenräume verzichtet. Schwere, drückende oder gar harte Formen wurden von Schnörkeln, Wölbungen und illusionistischen Effekten abgelöst (Trompe-l’œil). Der luxuriös gestaltete Salon wurde zum Zentrum des geselligen Unterhaltens. Ausgestattet waren diese Räume mit feinen Tapeten, zierlichen Möbeln, Kristall, Glas und natürlich auch Porzellan. Ein schönes Beispiel für das Rokoko in der Architektur ist das Schloss Sanssouci bei Potsdam.
Während im Barock vorherrschend religiöse Themen zu den Bildinhalten in der Malerei zählten, wandte sich das Rokoko zunehmen davon ab. Jetzt stand der Mensch im Mittelpunkt der Bildthemen und seine Feste, das private Leben oder, auch wie bereits eingangs erwähnt, erotische Szenen. Die Malerei ist zierlich und zart und das Aquarell gehört zu den beliebtesten Maltechniken. Bekannte Vertreter diese Zeit sind: François Boucher, Thomas Gainsborough, Jean-Honoré Fragonard und Antoine Watteau. Ein weiterer, sehr bekannter Vertreter ist Bernardo Bellotto, genannt Canaletto. Bekannt wurde dieser Künstler durch seine Stadtansichten, z. B. von Dresden.
In dem Bild von Jean-Honoré Fragonard „Die Schaukel“ werden die Leichtigkeit und auch die erotischen Seiten der Bildthemen des Rokokos besonders deutlich. Auftraggeber dieses Gemäldes war ein Baron, welchen Sie in der unteren linken Bildhälfte sehen können. Es ist zu erkennen, dass der Baron der jungen Dame auf der Schaukel verfallen ist. Dies wird deutlich durch die unterwürfige Position des Mannes. Durch das Annähern und Entfernen der schwingenden Schaukel wird der Baron zusätzlich gereizt und findet somit viel Gefallen an diesem neckischen Spiel. Die Kürze der Momente, welche er hat, um der Frau unter den Rock zu sehen, erhöhen das Verlangen des Barons. Im Hintergrund auf der rechten Seite des Bildes ist ein weiterer Mann zu sehen. Hierbei handelt es sich um den Ehemann der jungen Dame, welcher nichtsahnend die Schaukel durch das Ziehen an den Seilen in Bewegung hält.
Textquellen:
Bildquellen:
de.wikipedia.org/Bernardo_Bellotto
de.wikipedia.org/Jean-Honor-Fragonard
commons.wikimedia.org/Potsdam_-_Schloss_Sanssouci.jpg
Der Autor: Andrea
























