Ist das Auto echt oder nur eine Täuschung? Jeder von uns kennt sie – optische Täuschungen/Illusionen, auch bekannt als Trompe-l’œil (Täusche das Auge). „Der Reiz eines Trompe-l’œil liegt in der momentanen Täuschung des Betrachters und in seinem Erstaunen, wenn er die gemalte Illusion als flache Wand erkennt. Nur wenn das Bild für einen kurzen Moment die Sinne des Passanten täuschen, ihn aufhalten und ihn dann der Verwirrung bewusst werden lassen kann, ist es ein Trompe-l’œil.“1 Gerade in der Werbung ist diese Form der Sinnestäuschung ein sehr beliebtes Mittel um Aufmerksamkeit zu erzielen.
In dieser kleinen Serie werde ich Ihnen zeigen, wie die Illusionsmalerei entstanden ist und wo diese heute noch angewendet wird. Den Anfang macht die Geschichte der Illusionsmalerei. Im zweiten Teil werde ich Ihnen einen Künstler vorstellen, welcher durch Illusionen oder optische Täuschungen Unmögliches möglich gemacht hat. Abschließend zeige ich Ihnen, wie Illusionen oder optische Täuschungen in der Werbung eingesetzt werden.
In der Kunst ist nie etwas von heute auf morgen entstanden. So hat auch die Illusionsmalerei eine lange Geschichte hinter sich. Die bekannteste Form der Illusionsmalerei ist die Wandmalerei. Bereits in der Steinzeit wurden die Wände der Höhlen mit Jagdszenen in sehr einfacher Form gestaltet. Ein weiterer großer Meilenstein in der Wandmalerei bildet die Zeit der großen Pharaonen. In Palästen und Grabkammer wurden die Wände mit Malerei gestaltet. Die Wandmalereien waren noch sehr plakativ und die Menschen wurden hauptsächlich im Profil dargestellt. Themen dieser Malerei waren oftmals das Leben der Pharaonen und deren erfolgreiche Kriegszüge.
Der nächste große Schritt in der Entwicklung der Illusionsmalerei beginnt in der Antike. Die bekanntesten Vertreter dieser Zeit sind Zeuxis und Parrhasios. Die beiden Künstler waren Konkurrenten, welche einen Wettstreit austrugen. Währen Zeuxis Trauben täuschend echt malte, so dass die Vögel diese anpickten, schaffte es Parrhasios den Künstler Zeuxis selber zu täuschen, indem er einen Vorhang vor ein Gemälde malte und Zeuxis den Vorhang beiseiteschieben wollte, um das Gemälde besser betrachten zu können.
Mit dem Untergang des römischen Reiches verschwindet das Trompe-l’œil für rund tausend Jahre aus der europäischen Kunstgeschichte. Die strenge Religiosität des Mittelalters lehnt alles Körperhafte und Weltliche ab. Die Malerei verzichtet auf perspektivische und plastische Darstellung.
Die Erfindung der Perspektive in der Renaissance bringt die Illusionsmalerei wieder zurück in das Leben der Menschen. Gleichzeitig entdeckten die Künstler wieder das Naturstudium für sich und die Darstellung des menschlichen Körpers in den richtigen Proportionen. Es kam zu einem regelrechten Boom in der Wandmalerei. Die malerische Ausgestaltung wurde bereits beim Bau der Häuser mit berücksichtigt. Somit waren die Wände oftmals nur verputzt und ohne Schmuckelemente. In dieser Phase der Architekturmalerei wurde sämtlicher Stuck in der Regel malerisch dargestellt. Baluster, Fensterbögen, Säulen, Figuren oder Vasen in Nischen waren die Hauptmotive und wurden mit besonderer Sorgfalt gemalt. Ausblicke in Landschaften genossen zu dieser Zeit noch keinen sehr hohen Stellenwert. Erst im Barock und später im Rokoko wurden sie im künstlerischen Stellenwert angeglichen.
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Im Barock erreichte die Illusionsmalerei ihren Höhepunkt. Häufig wird die Fluchtpunktperspektive gewählt, um dem Betrachter räumliche Tiefe vorzutäuschen. Die Deckenmalerei des Barocks ist dafür beispielhaft. „Dem am Boden stehenden Betrachter öffnet sich das Gewölbe einer Kirche beim Blick nach oben zum Himmel. Die Ränder der Öffnung werden u.a. von geschickt gemalten, perspektivisch verzerrten Balustraden begrenzt. Diese Illusion funktioniert natürlich nur einwandfrei von einem bestimmten Punkt aus, von dem aus die Zentralperspektive ihre Wirkung entfaltet und den Raum illusionistisch erweitert. Bei einem Verlassen dieses “Ideal”-Punktes verändern sich die Fluchtlinien und die Architektur scheint zu kippen. Daher eignen sich vorwiegend hohe Decken mit einem gewissen Abstand zum Betrachter, der naturgemäß die ideale Betrachtungsposition erweitert wie auch Kuppeln oder gewölbte Deckenansätze, die den Übergang von der Realität in die Illusion unterstützen, für diese Art der Bemalung.“ 2
Bilder:
Quellen:
www.wandmalerei-und-illusionsmalerei.de
Weitere Artikel zu diesem Thema:
Teil 2: Trompe-l’œil - M. C. Escher
Teil 3: Trompe-l’œil - Optische Illusionen in der Werbung
Der Autor: Andrea






















