Hier wird gezeigt, wie man mit Hilfe von Photoshop CS3 aus einem voll ausgeleuchteten Bild (Stichwort High-Key-Fotografie) ein spannungsgeladenes Low-Key-Bild macht, soll heissen ein Bild, bei dem nur bestimmte Bereiche beleuchtet und sichtbar sind. Das Tutorial richtet sich an fortgeschrittene Photoshop-Benutzer, das heisst ihr solltet halbwegs wissen, wie man Objekte freistellt und mit Ebenen arbeitet.

ursprüngliches Bild
Zunächst brauchen wir ein High-Key-Bild. Orango hat sich hier netterweise zur Verfügung gestellt. Dieses Bild stellen wir nun frei, das heisst wir entfernen den Hintergrund. Dabei muss man ausnahmsweise nicht sehr genau sein, denn die Kanten des Objekts werden später nicht mehr sichtbar sein. Das Werkzeug Auswahl->Farbbereich wird in den meisten Fällen ausreichen, denn bei High-Key-Bildern ist der Hintergrund meist einfarbig weiss. Die so erstellte Auswahl wird nun umgekehrt und zum Maskieren der Objektebene verwendet. Wahrscheinlich müssen noch einige Bereiche von Hand mit dem Pinsel nachgebessert werden. Aber wie gesagt muss man es nicht zu genau nehmen, da die Kanten später verschwinden.

freigestelltes Objekt auf schwarzem Hintergrund
Die oberste Ebene wandeln wir nun mit Rechtsklick auf die Ebene -> in Smart Objekt konvertieren in ein Smart Object um, damit wir später die darauf angewendeten Filter verändern können.
Als nächstes erstellen wir eine schwarze Hintergrundebene, über die wir die freigestellte Ebene legen. Das ganze sieht nun schon etwas “mystischer” aus, doch es stören noch die unsaubere Kante und die gleichmäßige Ausleuchtung des Objektes. Um ersteres zu beseitigen , legen wir einen “Schein nach innen”-Effekt auf die obere Ebene. Wichtig ist, dass als Farbe schwarz ausgewählt wird, damit das ganze zum Hintergrund passt, und dass der Verrechnungsmodus auf “normal” gestellt wird. Die Deckkraft kommt auf 100%, damit die Kante komplett verschwindet. In den meisten Fällen empfiehlt sich die Methode “präzise” zu verwenden, sonst werden nicht alle Kanten verdeckt.

Schein nach innen
Doch wie erreichen wir nun, dass die Beleuchtung etwas interessanter, soll heissen ungleichmäßiger wird? Dazu verwenden wir den Filter Renderfilter->Beleuchtungseffekte. Hier könnt ihr nach Belieben Lichtquellen gestalten, die einen Teil des Bildes beleuchten und den Rest verschwinden lassen. Spielt am besten ein bisschen mit den Optionen herum, dann werdet ihr herausfinden, wie sie funktionieren (und ich spar mir das Erklären, hihi). Das Umgebungslicht stellt ihr am besten auf fast null, dann sind die nicht beleuchteten Bereiche nur ganz dezent zu sehen. Mit dem Lampen-Icon unter der Vorschau kann man eine weitere Lichtquelle hinzufügen. Einfach die Lampe auf die gewünschte Stelle im Vorschaubild ziehen. Im Beispiel hier wurde hauptsächlich eine runde Lichtquelle verwendet, das heisst es wird eine Beleuchtung von vorne simuliert. Die Form der Lichtquelle kann man verändern, indem man die Anfasser in der Vorschau mit der Maus zieht.

fertiges Low-Key-Bild
Bastelt so lange an den Lichtquellen, bis euch das Ergebnis gefällt. Vermeidet es, den Rand des Objekts zu beleuchten, sonst überlagert sich der Effekt mit dem Schein nach innen, was nicht sehr realistisch aussehen wird. Da wir vorher die Ebene in ein Smart Object umgewandelt haben, kann man den Filter am vollen Bild anwenden, und trotzdem später noch verändern. Dazu klickt ihr in der Ebene auf “Beleuchtungseffekte” doppelt, dann erscheint wieder das Fenster mit den Optionen des Filters.
Wenn euch die Beleuchtung schließlich gefällt, könnt ihr auch noch euer Objekt verschieben und vergrößern/verkleinern, sodass die Anordnung schön ist. Da es ein Smart Object ist, könnt ihr nach Belieben mehrmals skalieren, ohne dass es mehrfach zu einer Qualitätsminderung beim Skalieren kommt, da bei Smart Objects immer von der Originaldatei ausgegaben wird. Sind eben schon eine feine Sache, die Smart Objects!
Der Autor: Amos




















