Als Karneval, Fastnacht oder Fasching (allgemein bekannt auch als die fünfte Jahreszeit) bezeichnet man die Zeit vor dem Aschermittwoch, welche mit Ausgelassenheit, Fröhlichkeit und großer Lebensfreude gefeiert wird.
Im Karneval feierte man die Beendigung der Winteraussaat; Unvernunft war hier Pflicht, es wurde ein Festkönig gewählt, der unsinnige Befehle erteilen musste und am Ende der Feier umgebracht wurde.
Die Fastnacht ist der Höhepunkt des Festes und stammt von den Menschen der Frühzeit, welche hinter Naturerscheinungen die Macht von Göttern und Dämonen sahen. Beim Wechsel vom Winter zum Frühling sollten die bösen Dämonen verjagt werden. Die Menschen verkleideten sich mit abschreckenden Kostümen und versammelten sich zu lärmenden Umzügen.
Dabei gibt es insbesondere am Rosenmontag entsprechende Umzüge - wobei sich Rosen ursprünglich nicht auf die Blume, sondern auf das Verb rasen bezog.
In der Nacht zu Mittwoch um Punkt Mitternacht endet der Karneval und es gibt an vielen Orten die Tradition, dass die Karnevalisten in dieser Nacht eine Strohpuppe, den so genannten Nubbel, als Verantwortlichen für alle Laster der karnevalistischen Tage, vor allem wegen des ausgegebenen Geldes, verbrennen. In Düsseldorf und den niederrheinischen Städten wird der so genannte Hoppeditz zu Grabe getragen. Dieser war und ist eine typisch niederrheinische Narrenfigur.
Die Kirche hat immer wieder versucht, diesen Heidenspuk zu verbieten. Das einzige, was ihr jedoch gelang war, dass der Aschermittwoch diesem Treiben ein absolutes Ende setzte.
Fasching von der Antike bis zum Mittelalter
Vorläufer des Karnevals wurden bereits vor 5.000 Jahren gefeiert. Eine altbabylonische Inschrift aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. berichtet davon, dass unter dem Priesterkönig Gudea ein siebentägiges Fest gefeiert wurde und zwar nach Neujahr als symbolische Hochzeit eines Gottes. Die Inschrift besagt: „Kein Getreide wird an diesen Tagen gemahlen. Die Sklavin ist der Herrin gleichgestellt und der Sklave an seines Herrn Seite. Die Mächtige und der Niedere sind gleichgeachtet.“
Sklaven und Herren tauschten zeitweise die Rollen, feierten und saßen gemeinsam bei Tische, tranken und aßen nach Herzenslust und konnten frei reden ohne bestraft zu werden. Zusätzlich dazu überschütteten sie sich mit kleinen Rosen. Aus den Rosen entstand möglicherweise das uns bekannte Konfetti.
Nach einer Unterbrechung von mehreren Jahrhunderten blühte der Karneval im Mittelalter wieder auf. In Europa feierte man in Kirchen “Narrenfeste”. Jedoch waren diese nicht besonders kirchlich: Rituale wurden parodiert und selbst ein Pseudopapst wurde gekürt. Die Karnevalszeit wurde damals als “Staat des Teufels” gesehen. Nur um zu zeigen, dass sowohl dieser Teufelsstaat als auch der Mensch selbst vergänglich sind und am Ende Gott siegreich bleibt, ließ die Kirche dieses unchristliche Treiben zu. Mit dem Aschermittwoch musste die Fastnacht jedoch enden, um die unausweichliche Umkehr zu Gott zu verdeutlichen. Während die Kirche bei gotteslästernden Szenen während der Fastnacht untätig blieb, wurde ein Weiterfeiern der Fastnacht in den Aschermittwoch hinein streng verfolgt.
Quellen:
Der Autor: Andrea




















